…Für alle, die wissen wollen, wie es zu meinem ATJ kam!
Die allerersten Überlegungen
Für ein Jahr ins Ausland, in die große weite Welt… Wie ich auf den Gedanken gekommen bin ein ATJ zu machen, weiß ich nicht mehr. Vielleicht war es das Schwärmen eines Chormitglieds: Ich war damals 12, sie 16 und erzählte mir von ihrem Vorhaben ab dem Sommer für ein Jahr in die USA zu gehen. Und ich war begeistert
Irgendwann in der 8ten Klasse erkundigte ich mich dann über diverse Austauschprogramme. Damals hatte ich noch vor nach der 9ten zu gehen und war total auf die USA fixiert. Aber irgendwann wurde mir klar, dass ich doch noch ein Jahr zu warten sollte. Die einzig richtige Entscheidung. Denn ich hatte in dem Jahr viel mehr Zeit, mir über ein ATJ Gedanken zu machen. Mitte der 9ten hatte ich mein Traumziel Lateinamerika gefunden und mir war klar, wo ich mich bewerben würde: AFS, YFU (beides relativ “alte”, große, und gemeinnützige Austauschorganisationen), ASSIST(vergibt Stipendien für US-amerikanische Privatschulen) und für das Stipendium PPP. Außerdem hatte meine Mutti noch die Entdeckung UWC gemacht. UWC- das steht für United World College, internationale Schulen, die Ideale “von internationalem Austausch und Toleranz, von sozialer Verantwortung und humanitärem Engagement, von Frieden und Armutsbekämpfung”(1) vermitteln wollen. Dieses Konzept hatmich vollkommen überzeugt und ich war bzw. bin immer noch der Meinung, dass ich mich dort wohlgefühlt hätte.
Mmmh jetzt stehen einigen von euch bestimmt 3Fragezeichen im Gesicht! Denn ich fahre weder nach Lateinamerika noch mit einer der hier genannten Organisationen! Also wie kam es dazu? Ein Mitschüler aus der Parallelklasse hatte mitbekommen, dass ich die Absicht hatte ins Ausland zu gehen und erzählte mir von dem Stipendium, welches er bekommen hatte. Okay dachte ich mir, dann werde ich mich jetzt auch noch für dieses Stipendium vom Dialogzentrum-Magdeburg bewerben.
DIe ersten Auswahlgespräche
Also ging er los der Bewerbungsstress. Und ich sage euch es war der reinste Stress. Noch im Juli schickte ich die erste Bewerbung für YFU weg, im August die für PPP. Am 15.09.07 war es dann soweit, mein erstes AWG! Ich fuhr mit meinem Vati nach Berlin und traf meine Oma (die war gerade bei Verwandtschaft zu Besuch). Nachdem wir noch in “die schönsten Franzosen kommen aus New York” waren, wurde ich mein Bauchkribbeln einfach nicht mehr los…
…Dann war alles sehr schnell vorbei. Was-wäre-wenn-Diskussionen und ähnliches füllten gerade einmal eine Stunde. Dann hat es noch einmal 3 Wochen gedauert und die Zusage kam: Argentinien!! Mein Traum war gesichert.
Doch das sollte nicht das Ende sein: Weiter gings mit dem PPP-Auswahlgespräch. Doch da stellte sich schon die Hinreise als eine einzige Blamage dar… Sowohl der Wecker meines Pa’s als auch meiner klingelten einfach mal nicht
Das bedeutete ohne Frühstück rein ins Auto und los. Was passiert dann in Leipzig? Genau, um das Ganze zum krönenden Abschluss zu bringen hatten wir auch noch einen Autounfall und ich bin die letzten 1000m gesprintet. Gerade noch rechtzeitig musste ich sofort loslegen: einen Vortrag haltn, diskutieren, Englisch sprechen, einen Englischtest schreiben,… und nun ja in der Diskussionsrunde hatte ich fast immer eine andere Meinung als der Auswähler. Und ihr wisst ja, ich kann mich da nicht zurückhalten! Im Endeffekt erhielt ich dann Ende November einen Brief mit der Absage.
Im November war aber außerdem noch das Auswahlwochenende von AFS. Warum ich mich hier nach YFU-Zusage auch noch beworben habe–keine Ahnung, aber es hat sich gelohnt. Wir waren 23 und 6 Auswähler. Die Auswahl war jedoch weder stressig, noch steif, noch ernst. Eher im Gegenteil sie war voller merkwürdiger Spiele und am Ende hat sich ein wunderbares Gemeinschaftsgefühl (innerhalb von 2 Tagen!) entwickelt. Und wir haben bis nachts um 4:00 Uhr mit unseren Betreuern Party gemacht
Nach drei Tagen hatte ich dann eine Zusage für Brasilien. Da hab ich dann auch ein Stipendium beantragt.
Dann gab es erst einmal eine Auswahlpause in der ich die Unterlagen für UWC und Dialogzentrum fertig gemacht habe. Und natürlich Weihnachten gefeiert habe
Die wichtigen Auswahlen ~Stipendien!!
Im Januar hieß es dann ab nach Köln zum Auswahlgespräch von ASSIST. Morgens um 9:00 Uhr hatte ich ein Gespräch mit 6 amerikanischen Schulleitern – auf Englisch natürlich. Mit dem Südstaatenslang hatte ich ehrlich gesagt so meine Probleme… aber ich glaub meine Antworten waren (inhaltlich) ganz gut. Danach mussten wir noch einen 2h SLEP-Englisch-Test schreiben (Konzentration!) und dann war auch diese Auswahl vorbei.
Ende Januar durfte ich leider nicht so weit reisen. Es ging nach Magdeburg zur Dialogzentrum-Auswahl! Wir waren 10 Leute, davon sage und schreibe 2(!) Jungen. Nach einem Politikwissenstest und vielen Diskussionsrunden (z.T. Fragestellungen, die mir von der AFS-Auswahl bekannt waren) standen nun auf dem Plan. Danach noch ein Einzelgespräch. Das Problem: Der Konsul sprach Englisch mit mir, die Leute vom Dialogzentrum Deutsch. Ergo musste ich andauernd zwischen den Sprachen springen… Naja, nach 8h war auch dieser Auswahltag vorbei und mit Spannung erwartete ich das letzte Auswahlwochenende…
Ende Februar hatte ich nämlich erfahren, dass ich unter den letzten 70 aus ganz Deutschland war und somit zur Hauptauswahl von UWC konnte. Zusammen mit einer Freundin aus Leipzig bin ich nach Frankfurt gefahren. Doch da ging da Unglück schon los… Unser Zug ist ersatzlos ausgefallen! Zum Glück hatten wir schon viel Zeit eingeplant, so dass wir 1,5h später im noch rechtzeitig Bad Homburg erreichten. Dort erwartete mich meine stressigste Auswahl überhaupt: 2 Einzelgespräche, Vorträge+Diskussionen, Bastelaufgabe und ein IQ-Test standen auf dem Programm. Und ich muss ehrlich sagen, irgendwie ließ das Wochenende nicht so wie ich mir das vorgestellt habe. Ich hab mich vielleicht viel zu sehr unter Druck gesetzt… Jedenfalls hab ich dort auch interessante Leute kennengelernt, mit denen ich zum Teil noch Kontakt habe!
Zu- & Absagen
Die letzten Antworten kamen dann Ende Februar. Meine Bilanz: UWC schickte mir wie erwartet eine Absage, und vom Dialogzentrum kam eine Zusage! ASSIST schickte mir erst einmal gar nichts. Nachdem ich mich dann 2x dort gemeldet habe, bekam ich eine “Entschuldigung”, meine EMail-Adresse sei nicht in ihrem EMail-Konto (Ja klar, vor allem weil ich auch alle anderen EMails bekommen hatte
) und die Standardabsage…
Und es steht fest: ich fliege mit Experiment e.V. durch ein Stipendium vom Dialogzentrum-Magdeburg e.V. und dem US-Konsulat Leipzig in die USA!
(1) Zitat: www.uwc.de
huhu henni!
ich wusste gar nicht, was du schon alles hinter dir hast =)
naja, ich freu mich auf jeden fall total für dich, dass es mit dem stipendium geklappt hat!
klar, uwc wär auch toll gewesen, aber das atj ist bestimmt auch eine echt geniale erfahrung!
sehen wir uns eig nochmal irgendwann?!
ich glaub ohne unsre depri-heul-gespräche wär ich am aww gestorben…..
pass auf dich auf!
merle
Von: merle am Juni 29, 2008
um 10:56 am